Der Almblog > Allgemein > Warum ist die Almbutter so schön gelb?
Google+
RSS-Feed
Link zum YouTube-Kanal
Link zur Facebook-Fan-Page
Link zu Pinterest
Link zu Flickr
Willi Gruber - Karseggalm

Warum ist die Almbutter so schön gelb?

05. August 2010 | 4 Kommentare » | geschrieben von

Ein schöner Almbutter ist der Stolz jeder Sennerin - hier im Bild mit potentiellen Butterkunden

Diese Frage hören wir oft, aber zuerst klären wir hier gleich wie man Butter eigentlich produziert. Und so wird’s gemacht: die frisch gemolkene Milch wird gesiebt und dann o’atriebn (also durch die Milchzentrifuge getrieben). Die Vollmilch teilt sich bei diesem Vorgang in zwei Teile – Magermilch wo dann der Sauerkäse hergestellt wird einerseits und Rahm für unsere Almbutter andererseits. Der Rahm bleibt einen Tag stehen damit er natürlich sauer wird. Es handelt sich nämlich um Sauerrahmbutter, die schmeckt am besten und die Säuerung bewirkt, dass die Butter länger haltbar ist. Apropos „schmeckt am besten“: es gibt sogar Butterkunden, die wortwörtlich der Meinung sind, dass „die andere Schmier nicht einmal zum Herauspanieren von Schnitzel taugt“.

Rührkübel

So, jetzt aber kommt die Rahm einmal in den Rührkübel (Butterfass) und es wird getrieben bis zu einer Stunde lang, mit der Hand versteht sich doch. Wenn es klatscht im Fass ist die Butter fertig, die Buttermilch ein angenehmes Nebenprodukt. Nachher wird die Almbutter mit den Händen geflascht (geklatscht), um das ganze Wasser rauszubringen, dann noch in Form bringen, einen Holzmodel drauf drücken und fertig ist er.

Ich habe in der Zeitung einmal gelesen: je reifer der Sommer und die Almkräuter, desto mehr Gelb kommt in die Butter. Das ist aber wissenschaftlich noch nicht bewiesen. Es gibt auch die Vermutung, dass eines der Kräuter mit einem besonders hohen Carotingehalt schuld ist. Jedenfalls ist das Produkt sehr hochwertig. Die Futterzusammensetzung auf der Alm (viele Kräuter) und die natürliche Bewegung der Kühe wirken sich nämlich sehr positiv auf die Inhaltsstoffe von Almrahm und Almbutter aus. Neben höheren Fett- und Eiweißanteil, Vitamin A und D, verschiedenen Mikronährstoffen sind auch ungesättigte Fettsäuren enthalten. Hier gelten wieder besonders die Omega-3 Fettsäuren als herzschützend und leicht verdaulich. Diese sind übrigens auch im Fisch enthalten.

Also rauf auf die Alm und schauts, dass noch an Almbutter dawischt’s, sie lässt sich auch portionieren und einfrieren. So, das wäre mein Beitrag zur gesunden Ernährung. Bis zum nächsten Mal, Euer Willi von der Karseggalm.

Kommentare

  1. Thomas Wirnsperger
    Thomas Wirnsperger

    Servus Willi! Ich glaube, du darfst hier ruhig erwähnen, um welche prominenten “potentiellen Butterkunden” es sich hier im Bild handelt: Links Landesrat Sepp Eisl, im Land Salzburg ressortzuständig für die Landwirtschaft, Rechts Landeshauptmannstellvertreter Wilfried Haslauer. In der Mitte deine beiden Eltern Sepp und Anna.

  2. Damit das Ganze dann echt vollständig erklärt ist, sollten wir vielleicht noch erwähnen, dass der Kopf auf dem Bild im Hintergrund zwischen Hirter und Sennerin dem „Hölling Bern“, gewaltiger Postbusfahrer und Skibuskoordinator im Großarltal, gehört. Man darf ihn der „Lokalprominenz“ zurechnen. Er durfte an diesem Tag übrigens sogar unseren Landeshauptmann fahren. Landesrat Eisl ging aber sicherheitshalber lieber zu Fuß.

  3. Ich freue mich sehr, über die Kunden welche auf dem Bild zu sehen sind. Ich freue mich sehr, wenn führende Landespolitiker sich vor Ort über das “Leben auf dem Land” informieren. Euch Willi, Deiner Familie und allen Almbauern danke ich für Eure Arbeit und Mühe. Für uns in der Tourismuswirtschaft seid Ihr ein sehr wertvoller Partner. Es ist so, wenn wir es Euch nicht immer mitteilen. Herzlichen Dank.

Trackbacks und Pingbacks

»Trackback URL für diesen Artikel

  1. Neuigkeiten vom Almblog « Großarltal Blog – www.grossarltal.info/blog

    [...] Auch auf der Karseggalm hat sich einiges getan: Es gab tierischen Nachwuchs und Willi berichtet über die gelbe Butter auf der Alm. [...]