Meine Almblogpartnerin Anna Mergl hat schon einmal über besondere Blumen auf der Alm berichtet, ich habe auch ein wenig überlegt und mir ist auch eine ganz besondere Blume eingefallen.
Das Kohlröschen (Nigritella nigra) oder wie wir im Volksmund “Schwoas-Bleamei” sagen, ist eine kleine unauffällige rote Blume. Man sieht ihr nichts Besonderes an, aber auch diese unscheinbare kleine Blume birgt ihr Geheimnis. Weil sie unter Naturschutz steht, wird diese Blume bald von der Bildfläche verschwunden sein. Mir wurde erklärt, wenn die Blume gepflückt werden dürfte, würde sie sich leichter vermehren. Es ist bei den Gartenkräutern doch auch so, je öfter sie geerntet ( gepflückt) werden, desto mehr und schöner kommen sie nach.
Opa Bros haht mir erzählt, wenn die Milchkühe zuviele “Schwoas-Bleamei” fressen, verfärbt sich die Milch blau und Butter und Käse schmecken nach Vanille. Man kann es glauben oder auch nicht, ich habe mich als Detektiv versucht und in einem dicken Blumenschinken (mind. 2000 Seiten) nachgeschlagen. Wenn ich es nicht selber gelesen hätte, würde ich es nicht glauben.
Ja es stimmt, die Milch wird blau und schmeckt nach Vanille. Wäre ja nicht schlecht wenn man 1 Kuh hätte, die frische selbstgemachte Vanillemilch gibt, wäre mal was anderes.
Am 28.08.2010 wird in Großarl der Bauernherbst eröffnet. Die letzten paar Tage haben wir, wenn etwas Zeit übrig war an einem unserer Festwaagen gearbeitet. unser Motto lautet: “Damals und Heute”, wie wurde damals gearbeitet (Milchverarbeitung, Heuernte oder Forstarbeit).
Es war eine kleine Zeitreise, das ganze Zeugs zu suchen, sauber zu machen und teilweise mussten wir Rätseln für was es verwendet wurde. Ambros und ich haben eine “meoite” (sehr alte) Milchmaschine gefunden. Wir schätzen sie auf ca 100 Jahre, wenn nicht mehr.
Kommentar von Oma Nanni: “Bros wo haoust oamoi des gonze Glump vasteckt kob! “(Opa wo hattest du den ganzen Plunder versteckt.)
Es war eine staubige, aber sehr lustige Arbeit und wir sind stolz auf unseren 1. fertigen Festwaagen. Manche Leute werden sagen, das die investierte Zeit verlorene Zeit ist und das alte Zeug nur Müll. Aber für uns war es sehr schön darin zu wühlen, weil wir sehr viel darüber erfahren haben wie damals gearbeitet wurde.
Opa Bros spricht mit Vorliebe von Früher, so manchesmal hören wir nur mit einem Ohr zu und oft sagen wir auch “Jo frihra-frihra is long scho umma” (Ja damals-damals ist vorbei). Doch jetzt verstehen wir ihn, wenn er mit einem lachenden und einem weinenden Auge über die sogenannte ”Gute alte Zeit” spricht.
- Festwaagen
- Meoite Milchmaschine links im Bild
- Schwoas-Bleamei














Stefan
Grüß Gott ins Großarltal,
danke für die Info zum “Alpensalamander” in unserem Blog
http://blog.zdf.de/almsommer.
Noch einen schönen Rest-Almsommer wünschen die Aushilfs-Galterer auf der Seefeld-Hochalm in der Tiroler Wildschönau.
Josef Gruber
Ich habe mich gestern mit meiner Mutter (Sennerin der Karseggalm) auch über das Schwoaß-Bleamei unterhalten, weil ich es für einen Blogbeitrag würdig befunden hätte. Ich habe dann auf der ganzen Alm für ein Foto aber kein Blühendes mehr gefunden (nicht weil sie hier so selten sind, sondern sie sind heuer schon verblüht) – und Lydia jetzt bist ohnehin Du mir zuvorgekommen.
Was meine Mutter zum Schwoaß-Bleamei (Kohlröserl) gesagt hat:
1. Das Schwoaß-Bleamei war schon frühers Zeiten gleich rar und wertvoll wie das Edelweiß. Das heißt was, denn das Edelweiß ist nur mit viel Mut erreichbar und bei uns die mythenumrankte Ikone unter den Alpenblumen. Nicht wenige im Tal haben das Leben dafür gelassen.
2. Auf der Alm haben sie früher aus dem Schwoaß-Bleamei Kakao gemacht. Sie haben die Blüten ausgekocht und das dann in die Milch getan (oder so ähnlich).
3. Uns wurde, schon als wir noch Kinder waren immer verboten zu lange am Schwoaß-Bleamei zu riechen, weil man davon dann anscheinend Nasenbluten bekommt. Ich hab mich dann nie getraut das auch lange genug zu probieren.
So viel noch zu dieser sehr seltenen und äußerst schönen auf unseren Almen vorkommenden Blume.