Es ist ja nicht so, dass wir heroben auf der Alm keine Nachbarn hätten, von denen ich erzählen könnte. Das Problem ist nur, dass ein jeder Nachbar einige Höhenmeter von uns entfernt ist. Da wäre z.B. die Hub-Grund Alm, unsere nächste Nachbarhütte. Ca. 400 Höhenmeter nach unten, dann wären wir schon da. Ab und zu besuchen wir die netten Sennleute Lisi, Ruap und Elisabeth auch, aber wir können natürlich nur weg, wenn bei uns keine Gäste über Nacht bleiben. Da gehen wir ca. um 19:00 Uhr nach dem Melken los. Wenn dann nicht immer das anstrengende Raufgehen in stockfinsterer Nacht wäre, würden wir das auch öfter machen. Aber in ca. 2 Wochen treiben wir sowieso runter in die Hubalm – unsere Niederalm. Dann trennen uns nur mehr einige hundert Gehmeter.
Zu unseren anderen Nachbarn geht es nicht mehr ganz so einfach. Wenn wir auf die Moderegg- oder Aschlreitalm wollen, müssen wir zuerst 350 Höhenmeter nach oben, dann wieder ungefähr so weit nach unten, das ganze in der Nacht natürlich wieder zurück. Die Aschlreitalm besuchte ich bereits letztes Jahr und heuer waren Christina, Steiger und ich in der Modereggalm drüben. Dort wurden wir von Lisi und Hias bestens bewirtet.
Und als ich mit Hias so über das Vieh sprach, gestand er mir, dass er mich eh oft beobachtet, wenn er auf der Scharte oben steht und ich a Stückerl weiter herunten auf unserer Seite vom Berg mein Jungvieh salze.
Na bravo, da wird er mich immer auslachen, wenn ich oben steh, meistens telefoniere ich dann genau noch, weil da hab ich ja endlich mal Handyempfang. Und wirklich, als ich letztes Mal unter der Hühnerkarscharte ging, klang es plötzlich von oben: „Haaaaalllloooo!!!“ Weil die Sonne gerade aufging, konnte ich nix erkennen, also schrie ich halt mal zurück. Erst später, als ich etwas weiter drüben aus dem Licht kam, konnt’ ich mit dem Gucker rüberschau’n. Da saß doch leibhaftig der Moderegg-Hias und ließ sich die Sonne am Bauch scheinen. Nicht mal auf der Alm ist man mehr sicher, von überall wird man mit Guckern und Spektiven beobachtet, ohne auch nur das geringste davon zu ahnen…
Von der Modereggalm bekommen wir natürlich auch öfters Besuch, aber nicht wie man vielleicht meinen könnte von den Sennleuten, sondern von den gut 20 Schafen, denen die Kräuter auf unserer Seite wohl um einiges besser schmecken als drüben – wie das Foto, hier beweist. Aber Gott sei Dank, haben wir ja genug Gras, dass die Ausreißer uns nicht im geringsten stören.












martin
Hallo Anna
Meine Helga und Ich lesen deine Blocs mit viel Genuss. Sie sind wirklich erfrischend und dein Humor gefällt mir gut.Da ich dich so auch einwenig kenne, betreust du doch auch meine beiden Kühe (die Glück und die Stern), weiss ich wie viel Arbeit ihr 3 da auf der Alm wirklich leistet und du dennoch die Zeit findest für die netten Beiträge.Ich danke dir dafür und wünsch euch noch einen reimigen Nachsommer auf der Alm. Liebe Grüsse vom Sackziehbauern