Griaß enk – i bin’s, da Willi von der Karseggalm.
Sicher habt ihr schon oft gehört, wenn ihr bei Ålmern unterwegs seid, dass so Juchiza (wir sagen „Ju’schroa“ dazu) durch die Gegend hallen. Heute macht man das eher nur aus Spaß, oder als Ausdruck der Freude oder „weil’s so da Brauch is“. Doch früher war das die Verständigung von Alm zu Alm. Meine Mutter war früher schon Sennerin und hat erzählt, dass man in der Früh nach der Almarbeit vor die Hütte ging und einen lauten „Juschrei“ machte. Nach einigen Minuten spätestens kam dann der Juchiza von der Nachbaralm zurück – das Zeichen dass alles in Ordnung ist und keiner krank oder verletzt war. Denn es gab auch kleinere Bauern die ihre Alm nur mit einer Person beschickten, diese werkte dann als Sennerin und als Hirter.
Heutzutage machen wir das eher als Tradition zum Begrüßen oder Verabschieden der Gäste. Doch auch in unserer Zeit ist oft auch ein Juchiza noch sehr hilfreich, dazu eine kurze Geschichte. Es war am späten Nachmittag nach einem schönen Wandertag so um 16.00 Uhr. Auf einmal zogen riesige Nebelschwaden aus St. Johann zu uns nach Großarl herein. Ein Gewitter kündigte sich spontan an. Die letzten Gäste verabschiedeten sich und wie ich es immer mache schrie ich ein paar Juchiza hinterher. Diese Schreie kamen zwei verirrten Wanderern oberhalb der Hütte im Lärchenwald zugute und haben dadurch unsere Alm im dichten Nebel gefunden. Die zwei waren sichtlich erleichtert und feierten in der Stube mit ein paar guten Obstler ihre sichere Ankunft.
Doch nicht ganz umsonst, wenn man ab und zu an Juchiza måcht. Bis zum nächsten Mal, Euer Willi.








