Servus, i bi’s da Willi von der Karseggalm. Schon Ende letzter Woche meldet die Wetterdienststelle Salzburg den ersten Schnee für diese Woche. So, da musste ich los und alle Vorbereitungen treffen. Der erste Schritt war: ich ging auf die Hochalm und suchte unser Jungvieh zusammen und trieb es runter auf die Heimalm ins „Lärchach“ (Lärchenwald). Es war schon spät am Abend und ich konnte nicht mehr alle finden. Der Schneewind weht mir ins Gesicht, sodass ich meine Zipfelmütze aus der Tasche zog. Es wurde dunkel und so ließ ich das Tor offen damit die restlichen Kalbinnen selber runterlaufen können, denn wenn das Schneetreiben beginnt wissen sie genau wo sie hingehören. Als nächstes wird auf die Lebensmittel geachtet, was brauchen wir zum Essen und was für ein Nachschub ist für die Wandergäste erforderlich. Also noch schnell ins Tal mit Auto und Anhänger zum Einkaufen. Neben den Grundnahrungsmitteln (Brot, Bier …) wird im Anhänger noch Grummet (Heu vom 2. Schnitt) für die Milchkühe von zu Hause mitgenommen. Das bekommen die Kühe zum auf der Alm geernteten Dungmahdheu (für diese Geschichte hier klicken) dazugefüttert.
Die Wetterpropheten hatten glatt recht – Montagabend begann es dann auch auf der Heimalm so richtig winterlich zu werden. Die Kühe lassen wir an solchen Tagen im Tret (die Stammleser wissen schon, das ist der Almstall) – sie wollten selbst nichts mehr von der Abendweide wissen und legten sich nach dem Melken gleich sicherheitshalber nieder. Am Dienstag hatten wir dann vor unserer Hütte 10 cm Schnee. Zum Alptraum wird an so kalten Tagen das Butterrühren – 3 Stunden musste ich mit der Hand treiben bis der Butter zusammen war. Die Gäste kamen trotz der “Schneelage” der Reihe nach dahergestapft, Schnee im Sommer ist ein nicht alltägliches Erlebnis für sie. Und in den warmen Stuben lässt es sich um die knisternden Holzöfen auch so richtig genießen!
Mir schien es, durch den Wintereinbruch kam Ruhe in mein Gemüt und auch bei den Wanderern spürt man die innerliche Ruhe die in ihnen eingekehrt war. Draußen das Schneetreiben, drinnen in der Almhütte die warme Gemütlichkeit – da vergisst man den Alltagsstress und kann so herrlich bei Glühwein und Jagatee genießen.
Jetzt geht der Schnee schon langsam zurück, die Sonne schickt schon die ersten Strahlen und im Nachhinein denkt man: war doch gar nicht so schlimm. Ich wünsche Euch auch im Leben ab und zu einen Wintereinbruch um öfter etwas mehr Ruhe zu bekommen. Euer Willi.








Karl Heinz
Servus Willi, hallo zusammen, Schnee bei unseren herbstlichen Wanderungen im Großarltal haben wir auch schon erleben können. Allerdings war es da schon Ende September Anfang Oktober. So frühen Schnee auf den Großarler Almen ist doch sicher sehr ungewöhnlich, oder?