Wie ich bereits letztes Mal erwähnte, fuhren wir vergangene Woche herunter in die Hubalm zur Aschauhütte – unsere Heimalm (Niederalm). Das ganze Klump, das wir im Juni mit der Materialseilbahn hoch ins Heakar befördert hatten, wurde wieder runtergelassen. Das meiste Vieh nahmen wir auch mit. Die übrig gebliebenen Fåcken durften mit der Seilbahn die Heimreise antreten, die Kühe, die hochträchtigen Kälber und die kleinsten „Keiwal“ (Kälbchen) runtergetrieben. Ca. 30 Stück sollten noch länger auf der Hochalm verbringen, was denen aber nicht so zu gefallen schien, denn ein paar Tage später standen sie plötzlich alle in der Hubalm. Irgendjemand hat oben das Viehgatter offen gelassen, jetzt war es ihnen natürlich ein Leichtes den Weg nach unten zu nehmen. Über so etwas könnte ich mich grün und blau ärgern. Es wird wohl nicht zu viel verlangt sein, ein Tor das vorher schon geschlossen war, nach dem Passieren wieder zu schließen. Herunten in der Heimalm ist natürlich viel zu wenig Futter für das viele Vieh, jetzt müssen die meisten Kälber heuer gut ein Monat zu früh wieder zurück in ihre Ställe – nix mehr mit dem schönen Almurlaub. Ganz zu schweigen davon, wenn sie statt der Hubalm einen anderen Weg eingeschlagen hätten, da könnte weiß Gott was passieren.
Naja, zurück zur Aschauhütte, sie ist durch eine schrankengesicherte Forststraße zu erreichen, was einige Vorteile mit sich bringt. Dafür haben wir keinen Strom. Am Abend muss ich eine komplizierte Spirituslampe aktivieren, damit wir nicht im Finstern hocken. Nur zum Melchen (Melken) gibt es einen kleinen Benzingenerator. Aber es ist etwas weniger los, es gibt keine Übernachtungsmöglichkeit für Gäste mehr, wodurch mir natürlich sehr viel Arbeit erspart bleibt. Alles in allem ist es vielleicht nicht mehr ganz so bequem, dafür aber sehr gemütlich.
Nachdem ich mich herunten wieder halbwegs eingearbeitet hab’, kann sie kommen, die Hirschbrunft.
- Die Auschauhütte – unsere Hühnerkar-Heimalm
- Ausblick auf die Hubalmhütte
- Stub’n
- Spirituslampe – unsere Lichtquelle










Christine Porsche
Hallo,sitze gerade am PC und höre Radio Salzburg ( und das im Bayerischen Wald an der Grenze zu Tschechien), na ja jedenfalls habe ich von Eurem Blog gehört. Ich musste mir das gleich mal ansehen und kann nur sagen :
SPITZE, macht weiter so! Ich wünsche Euch noch einige schöne Herbsttage !
Werde jetzt täglich nach neuen Geschichten von der Alm Ausschau halten. Vielleicht komme, ich im nächsten Jahr, sogar mal vorbei um Vergelt’s Gott für die liaben Gschichtl’n zu sagen.
Liebe Grüße aus Freyung
Hermann
Grias di!
Sehr gut geschildert deine Erlebnisse auf der Alm. Ich war fast 10 Jahre Hüttenwirt und könnte auch vieles erzählen. Aber deine Geschichten sind einfach sehr gut geschrieben. Ich such seit zwei Monaten auch eine Alm. Hoffentlich find ich eine. Das mit der Jagd ist so eine Geschichte, ich jage schon seit 35 Jahren. Ich wünsche dir viel Glück und viel Gesundheit.
Liebe Grüße aus dem Paltental